Aus der Geschichte der katholischen Kirchgemeinde Dottikon


Die Chronologie der Pfarrherren resp. Gemeindeleiter seit der Gründung der Pfarrei:

1867 - 1897 Johann Josef Büchler von Bettwil
1897 Kaspar Seiler von Dietikon
1897 - 1914 Albin Oeschger von Gansingen
1914 - 1921 Alfred Frei von Ehrendingen
1921 - 1949 Leopold Seiler von Fischbach-Göslikon
1949 - 1957 Albert Häfeli von Klingnau
1958 - 1972 Otto Oeschger von Gansingen
1972 - 1986 Johann Villiger von Abtwil AG
1987 vakant
1988 Viktor Ammann, Pfarradministrator, von Bünzen
1988 - 1995 Thomas Sackmann von Seebach bei Ottenhofen BRD
1995 - 2000 Gallus Bechtiger, Pfarradministrator, von Mosnang TG
seit 2001 Thomas Frey, Gemeindeleiter

Gemäss Auskunft der Chronisten steht nicht mit Bestimmtheit fest, ob Dottikon früher der Petruskirche Ammerswil oder der Kirche auf dem Staufberg zugeteilt war. Alten Zinsbüchlein kann entnommen werden, dass ein gewisser Teil von Dottikon nach Staufen zinspflichtig war. Gleichzeitig wird immer wieder die Zinspflicht nach Ammerswil erwähnt. Geschichtsforscher Herr Pfarrer Anton Egloff von Gipf-Oberfrick kommt aber dennoch zum Schluss, dass Ammerswil die eigentliche Mutterpfarrei von Dottikon war. Ende des 15. Jahrhunderts zählte Dottikon 14 - 18 Familien mit 60 - 80 Einwohnern.

Mit dem endgültigen Übertritt Berns mit seinen Untertanengebieten zur evangelisch-reformierten Kirche im Jahre 1528 wurde Dottikon mit der katholischen Pfarrei Hägglingen zusammengelegt. Diese Vereinigung war vorerst nur von kurzer Dauer, da bereits im folgenden Jahr - infolge des ersten Kappelerkrieges - alle Gemeinden des unteren Freiamtes den neuen Glauben anzunehmen hatten. Der für die katholischen Orte günstige Ausgang des zweiten Kappelerkrieges vom 11. Oktober 1531 führte sie indes wieder zum alten Glauben zurück. In der Folge wünschten sich die Bewohner von Dottikon ihren eigenen Seelsorger. Die katholischen Orte unterstützten auf der Tagsatzung dieses Ansinnen, Bern lehnte das Begehren jedoch ab. So blieb Dottikon Jahrhunderte lang der St. Michaelspfarrei Hägglingen zugeteilt. Zeugen dieser "Hägglinger Zeit" sind der frühere gemeinsame Friedhof, sowie die Pfarrbücher im Pfarrarchiv unserer Nachbargemeinde, in denen die Bewohner von Dottikon und Hägglingen zusammen und ohne Unterscheidung eingetragen wurden.

1862-1864 wurde mitten im alten Dorfteil die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweihte Kirche im neuromanischen Stil erbaut. Unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung weiht Bischof Eugen Lachat von Solothurn die neue Kirche am 18. oder 19. September 1865 ein. Am 29. April 1866 beschliesst die Ortsbürgerversammlung die Anschaffung einer Turmuhr.

Durch grossrätliches Dekret vom 21. Hornung 1867 und bischöfliches Errichtungsdekret vom 22. März 1867 wird Dottikon eine Pfarrei und damit selbstständige Kirchgemeinde. Als erster Pfarrer wird Josef Büchler, von Bettwil, Kaplan in Sarmenstorf, gewählt.

Die Kirchenpflege war nicht nur für Kirchenangelegenheiten zuständig, sondern war auch Sittengericht. Als solches hatte es sich besonders mit Ehezerwürfnissen und ausserehelichen Schwangerschaften zu befassen. Auch die Wahrung und Pflege guter Sitten, Sorge und Frieden unter Ehegatten und Nachbarn, Aufsicht über häusliche Kindererziehung und kirchliche Unterrichtung war Aufgabe des Sittengerichtes.

1964 konnte anlässlich einer grösseren Renovation der Innenraum im Sinne des zweiten vatikanischen Konzils umgestaltet werden. Die langersehnte freundlichere Gestaltung des Umgeländes realisierte die Kirchgemeinde 1988.


von Bernhard Tannheimer aus "Dottikon ein Dorf im Freiamt"

Download ungekürzte Originalfassung von Bernhard Tannheimer